noch mehr fun mit der blogsport inbox

2. März 2007

Gestern erreichte mich folgendes per Anonymous-Remailer(!):

Guten Tag Herr Strigler,

auf der von Ihnen administrierten Plattform
blogsport.de werden mehrere Weblogs geführt, deren
Betreiber sich eindeutig als Anhänger der
Marxistischen Gruppe bzw. der Nachfolgeorganisation
Gegenstandpunkt zuordnen lassen.

Es handelt sich u.a. um folgende Blogs:

[…]

Die Betreiber rekrutieren sich aus dem übrig
gebliebenen Kern der als verfassungsfeindlich
eingestuften Marxistischen Gruppe. Diese hatte sich
vor ihrem anstehenden Verbot selbst aufgelöst, um
aus dem Untergrund weiter operieren zu können.

Dabei handelt es sich also nicht um eine gewöhnliche
linkspolitische Gruppierung, sondern um einen
radikalen Zirkel explizit intoleranter Staatsgegner.
Sie bekämpfen die Grundrechte ohne Ausnahme und
propagieren sogar den gewalttätigen Aufstand gegen
die Schutzmacht dieser Rechte. U.a. stehen sie
äußerst verächtlich gegenüber der Meinungsfreiheit,
worauf doch auch die Internet-Gemeinschaft aufbaut.

Trotzdem bedienen sie sich des Rechts auf freie
Meinungsäußerung, um ihre eigenen menschenfeindlichen
Hetzreden zu verbreiten. Die Nationalsozialisten
haben sich auch die demokratischen Freiräume für
ihren Aufstieg zunutze gemacht. Derweil verhöhnten
sie die Anhänger der Demokratie wegen ihrer
Nachgiebigkeit.

All diesen Fanatikern, die anderen den Mund und noch
vieles mehr verbieten wollen, sollte keine Plattform
für die Verbreitung ihrer terroristischen
Weltanschauung geboten werden. Wir fordern Sie
nachdrücklich auf, diesem unzumutbaren Treiben ein
Ende zu setzen.

Diese E-Mail wurde unter Aufsicht von Zeugen
abgesendet. Sie als oberster Administrator dieser
Weblog-Plattform wurden hiermit nachweislich auf den
verfassungswidrigen und strafrechtlichen Inhalt der
genannten Blogs aufmerksam gemacht.

Das Anliegen der Schließung dieses Blogs ist uns sehr
ernst. Sollten Sie darauf nicht reagieren, wird eine
Strafanzeige bei der Polizeidienststelle Ihres
Wohnbezirks bzw. ein Strafantrag bei der vor Ort
ansässigen Staatsanwalt gestellt und diverse
Beschwerden bei den zuständigen Behörden eingereicht.

Wir bitten um Nachsehen mit diesen rigiden Maßnahmen,
aber anders können wir Sie im Fall einer Untätigkeit
nicht zur Verantwortung ziehen für den offensichtlich
rechtswidrigen Inhalt der von Ihnen unterhaltenen
Weblogs. Im Fall der absoluten Verweigerung werden
auch Ihre Eltern in die Verantwortung miteinbezogen.


9 Kommentare

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  1. Comment von game over

    die eltern, nein, wie geil!!! :-D
    was die wohl dazu sagen?

  2. Comment von zeank

    Ja, ich werd da heut mal mit denen reden und sie schonend darauf vorbereiten, was da bald so alles auf sie zukommt… ;)

  3. Comment von Faulbaer

    Werden meine Eltern auch informiert? *Heul!* Ich habe mit der Blogplattform doch ueberhaupt nichts zu tun! Ich bin doch auch gegen Meinungsfreiheit fuer Radikale! Und fuer Meinungsfreiheit fuer Gutmenschen! Ausserdem habe ich keine Meinung und mein Blog wurde nicht genannt und aaaaaaah!

    Was mich an der Mail irritiert ist, dass die Viagra-Werbung fehlt. Gab es denn wenigstens ein Attachment ‚Eltern-informieren.exe‘?

    Faulbaer (*kopfschuettel*)

  4. Pingback von Auf der Wacht // Lysis

    […] Liberale Blogwarte informieren! […]

  5. Comment von sammelsurium

    Blockwart lässt grüßen. Also mit ceeka. Puh. Gut, dass meine Eltern Bescheid wissen.

    Nee, mal ehrlich. Remailer?

  6. Comment von Neoprene

    Ganz so schnell wie ihr will ich das doch nicht als Scherz abtun. Erstens ist das Marxistische Diskussionsforum, dessen Sprengung sich ein zumindest obskurer blogger berühmt, ja tatsächlich seit ein paar Tagen spurlos vom Erdboden verschwunden. Und zweitens habe ich auch die Drohung bekommen, daß mein Blog ebenfalls gelöscht werden könnte. Aus meinem Karma-Filter:

    „Verlierer? Komisch, ich fühle mich […]

    gar nicht als solcher. Idiot? Ich weiß, was ich weiß, und ich weiß, was ich kann. Keine Chance für dich, mein Selbstbewusstsein zu untergraben. Was meinst du mit „das ganze Forum totmachen“? Das ist doch geschehen. BTW, wenn es nur M-L allein gewesen wäre, hätte ich das Forum nicht plattgemacht. Dass Lionfish es für nötig befand, sich dort erneut einzuloggen und sich wieder auf gewohnt abstoßende Art zu kaprizieren, brachte das Fass zum überlaufen. Es musste unbedingt was unternommen werden und mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden. Vorläufig seid ihr abserviert. Hopp hopp, lasst euch was einfallen. :-) Habt ihr nicht genug Mäuse für die grauen Bände abgedrückt, dass ihr nicht ein Recht auf ein ordentlich geführtes Internet-Forum habt? ;-) Vielleicht fehlt es ja an theoretisch und auch technisch versierten Nachwuchs. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären: Warum habt ihr zugelassen, dass jeder Neuling derart abgeschreckt wird durch eure jenseitigen Selbstgespräche und frustigen Kodereien? Wer will das, wer braucht das? Jippieh! (Soll ich deinen Blog auch löschen?)“

  7. Pingback von | tee

    […] ein lächeln kann ich mir auch dazu nicht verkneifen. mg und unsere meinungsfreiheit, rest in pieces. 3. März 2007 […]

  8. Comment von pro_kommuniusmus

    Typisch Demokrat: Als ob jemand KEINE Meinung hätte, wenn ihre Äußerung der Staat nicht erlauben würde. Eine Meinung hat jeder Mensch sowieso, insofern ist das Recht auf Meinungsfreiheit einzig und allein ein Instrument des Staates, Meinungen zu kontrollieren. Auch die Meinungsfreiheit beweist: Freiheit ist nichts Gutes sondern ein Gewaltverhältnis.

    Auch typisch, dass dem Typen bei einer abweichenden Meinung sofort einfällt, zu den Bullen zu rennen – statt argumentativ dagegen zu halten. Der weiß halt, dass eine Meinung Staatsaffiramativ zu sein hat oder ihr Recht verliert. Damit macht er klar, dass die Freiheit darin besteht, Zustimmung zum Staat abzuliefern.

  9. Pingback von Hinter den Kulissen der redaktion.gawker | GAWKER MAGAZINE

    […] Done: wikipedia-Eintrag von Daniel Kulla gelöscht, “Johnny Bee” fern jeglicher Rechstsstaatlichkeit verklagt, Marxistisches Diskussionsforum gelöscht, Blogsport-Betreiber massiv unter Druck gesetzt […]

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